Im Februar des Jahres 1926 begann in Balkhausen etwas, das niemand der Anwesenden damals in seiner Tragweite erahnen konnte. In einer Zeit, in der Deutschland sich nach den schweren Jahren des Ersten Weltkriegs neu ordnete, trafen sich im Lokal Krahforst in Balkhausen einige Männer, die eine gemeinsame Leidenschaft verband: der Deutsche Schäferhund. Es waren Adam Schaeven, Wilhelm Krings, Bernhard Windmüller, Anton Odendall, Adolf Hahn, Arthur Tränker, Wilhelm Krahforst und Wilhelm Klein, die gemeinsam die Ortsgruppe Balkhausen und Umgebung gründeten. Ihr Ziel war klar: die Förderung des Deutschen Schäferhundes, seine Ausbildung und die Pflege des Hundesports. Schon in den ersten Jahren entwickelte sich ein reges Vereinsleben. Trainiert wurde zunächst auf den Sportplätzen in Balkhausen und Mödrath. Es waren einfache Zeiten — keine modernen Trainingsgeräte, keine ausgebauten Vereinsanlagen. Aber es war die Begeisterung, die zählte. Mensch und Hund arbeiteten eng zusammen, lernten voneinander und wuchsen zu Teams zusammen. Bereits 1928 konnte die Ortsgruppe ihre erste Schutzhundprüfung durchführen — ein bedeutender Meilenstein, der den sportlichen Anspruch und die Ernsthaftigkeit der Ausbildung unterstrich. Eine prägende Persönlichkeit dieser frühen Jahre war Wilhelm Krings, der bereits seit 1922 Mitglied im Hauptverein war und als Zucht- und Übungswart entscheidende Impulse setzte. Seine Erfahrung und sein Engagement halfen, die junge Ortsgruppe zu stabilisieren und weiterzuentwickeln. Doch die Geschichte verlief nicht ohne Brüche. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs veränderte sich alles. Das Vereinsleben kam fast vollständig zum Erliegen. Viele der ausgebildeten Hunde wurden als Meldehunde an die Wehrmacht abgegeben. Die Trainingsplätze blieben leer, die Gemeinschaft wurde auseinandergerissen, und die Zukunft des Vereins war ungewiss. Nach dem Krieg musste vieles neu aufgebaut werden. Mit großem Einsatz und ungebrochenem Willen begannen die Mitglieder auf einem Übungsplatz an der Grube Louise wieder von vorne. Dort entstand der neue Mittelpunkt des Vereinslebens. 1950 war es dann soweit: Die erste Prüfung nach dem Krieg konnte erfolgreich durchgeführt werden — ein symbolischer Neubeginn. 1951 feierte die Ortsgruppe mit 17 Mitgliedern ihr 25-jähriges Bestehen. Es war ein Zeichen dafür, dass der Verein wieder lebte. Doch erneut stellte das Schicksal die Ortsgruppe vor Herausforderungen. Als die Grube Louise 1956 abgebrochen wurde, verlor der Verein erneut sein Übungsgelände. Wieder stand die Existenz der Ortsgruppe auf dem Spiel. Doch auch diesmal fand sich eine Lösung. Dank der Unterstützung von Peter Liesenberg konnte der Ortsgruppe ein neues Gelände zur Verfügung gestellt werden. Dort errichteten die Mitglieder mit eigener Kraft und großem Einsatz einen neuen Übungsplatz und ein Vereinsheim. Es war mehr als nur ein Trainingsgelände — es wurde Heimat. 1984 entstand schließlich das neue Vereinsheim, das bis heute Mittelpunkt des Vereinslebens ist. Hier wurde nicht nur trainiert, sondern gefeiert, diskutiert, geplant und Gemeinschaft gelebt. Die Geschichte der Ortsgruppe wurde immer auch von ihren Vorsitzenden geprägt. Von 1976 bis 1991 führte Dieter Selle die Ortsgruppe mit Beständigkeit und Weitsicht. Ihm folgte Christian Schauff, der den Verein bis 1993 leitete. Danach übernahm Jakob Porschen bis 2003 die Verantwortung. Mit Willi Keller begann 2003 eine prägende Phase. Zunächst bis 2006 im Amt, später erneut bis 2025, war und ist er eine der tragenden Säulen der Ortsgruppe. Zwischen diesen Amtszeiten führte Alexander Inden die Geschicke des Vereins. Ab 2026 beginnt mit Mike Küpper ein neues Kapitel in der Geschichte der Ortsgruppe. Wenn man auf 100 Jahre zurückblickt, sind es nicht nur Ämter und Daten, die zählen — es sind die Menschen. Ein Name steht dabei besonders für Kontinuität, Engagement und Vereinstreue: Willi Keller, Mitglied seit dem 1. Juli 1976. Über nahezu fünf Jahrzehnte hinweg hat er die Ortsgruppe in unterschiedlichsten Funktionen begleitet, Verantwortung übernommen und ihre Entwicklung maßgeblich mitgestaltet. Als Vorsitzender prägte er den Verein in wichtigen Phasen und führte ihn mit Erfahrung, Verlässlichkeit und großem persönlichem Einsatz. 100 Jahre Ortsgruppe Balkhausen bedeuten weit mehr als Hundesport. Sie stehen für Kameradschaft. Für Verantwortung. Für Tradition. Für die besondere Verbindung zwischen Mensch und Hund. Viele Hunde wurden hier ausgebildet. Viele Menschen fanden hier Freundschaften fürs Leben. Viele Geschichten wurden geschrieben. Und auch wenn sich Zeiten ändern, eines bleibt: Die Leidenschaft für den Deutschen Schäferhund. Heute, im Jahr 2026, blickt die Ortsgruppe Balkhausen mit Stolz auf ein Jahrhundert Vereinsgeschichte zurück. Und zugleich nach vorne. Denn jede Geschichte lebt davon, dass sie weitererzählt wird. Die nächsten Kapitel warten bereits.